19. Tore der Seele

Mike Parsons
mit Jeremy Westcott

Wir haben uns die Tore unseres Geistes angeschaut, durch die Gott von innen nach außen fließen möchte. Nun wollen wir die Tore der Seele betrachten.

Die Tore der Seele

Die Tore der Seele sind: unser Gewissen, unsere Vernunft/Verstand, unsere Vorstellungskraft, unser Sinn, unsere Emotionen, unsere Fähigkeit zu Entscheidung/Wahl und unser Wille.

Das Gewissen

Das Gewissen ist das Ohr unseres Herzens. Es ist unser Beschützer, Leiter, Wächter und Führer. Es hält uns fern von Falschem und leitet uns zu Gutem. Leider kann das Gewissen abstumpfen oder verdorren, wenn wir es wiederholt der Sünde aussetzen (Tit 1,15). Wir müssen es also rein, klar und scharf halten.

Vernunft/Verstand

Dieses Seelentor spricht nicht davon, dass wir etwas intellektuell erörtern. Es geht vielmehr um die Fähigkeit, zu übersetzen und interpretieren, was Gott zu uns spricht (ob er durch die Schrift oder auf anderem Wege mit uns kommuniziert).

Die Vorstellungskraft

Sie ist das Auge unseres Herzens. Es ist unabdingbar, dass wir unsere Vorstellungskraft trainieren und entwickeln.

Unsere westliche Kultur mit ihrem Schulsystem hat uns gründlich abtrainiert, Vorstellungskraft wertzuschätzen und zu gebrauchen. Dabei ist sie uns von Gott gegeben, damit wir sehen können, was er tut. Sie ist uns gegeben, damit wir auf dem Bildschirm unserer Vorstellungskraft Visionen, Träume und die himmlischen Bereiche sehen können. Wir müssen lernen, unsere Vorstellungskraft wieder zu benutzen und zu trainieren, damit sie wachsen und sich entwickeln kann.

Der Sinn

In unserem Sinn, in den bewussten und unbewussten Bereichen, befinden sich die Speicherprogramme.

Hier liegen unsere Erinnerungen, Dinge, die Gott zu uns gesprochen hat, unsere Glaubenssysteme und Weltanschauungen. Der Sinn ähnelt als ein allgemeiner Speicherplatz der Festplatte eines Computers. Das Unterbewusstsein, unser Herz, befindet sich irgendwo zwischen unserem Geist und unserem Bewusstsein. Hier gründen Erinnerungen, Glaubenssätze, Werte, Lügen, Wahrheiten, Denkweisen und Haltungen. Jesus nannte es den (Acker-)Boden und allerlei Samen kann hier eingesät werden.

Das Unterbewusstsein wird durch die Natur unserer ererbten DNA geprägt, die Abwehr- und Bewältigungsmechanismen ausbildet. Unsere Erziehung hat ebenfalls ihren Einfluss: All die Erfahrungen, die wir als Heranwachsende und Lernende gemacht haben, prägen unsere Entscheidungen und unser Handeln. Ebenso Traumata: Ereignisse, die uns überfordern, zu inneren Schwüren verleiten und so unsere nachfolgenden Entscheidungen bestimmen. Unsere Verhaltensmuster erwachsen aus dem, was wir glauben. All diese Aspekte treten in Beziehung zu den familiären Geistern, die unserem Leben anhaften. Sie kennen uns, belügen uns und versuchen uns dazu zu bringen, aus einem verzerrten Glaubenssystem heraus zu handeln.

All diese Dinge in unserem Inneren werden als unser Denken nach außen hin offenbar. Unsere Reaktionen, Einstellungen, Angst, Sorge, unser Erwidern: all dies kommt aus unserem Inneren und offenbart sich in unserem Sinn, unserer Denkweise, unserer Gesinnung.

Offenbarung (aus der Schrift, aus himmlischen oder irdischen Erfahrungen oder vom Heiligen Geist) vermag unseren Sinn zu ändern. Wir haben nun die Gelegenheit, uns Gott hinzugeben, damit er sich um die familiären Geister kümmern kann, die uns fortwährend belügen. Nun können unsere Verhaltensmuster aus der Offenbarung der Wahrheit selbst kommen, insbesondere der Wahrheit darüber, wer wir sind. Unser Denken und Sinnen sind gegründet in der Wahrheit unserer Identität: wer wir in Gottes Augen sind. Unsere Einstellungen, Ideen, die Gedanken, die aus unserem Geist in unseren Sinn fließen, tun dies von innen heraus.

Wenn wir uns hingegen verweigern, all diesen Dingen in uns zu begegnen, werden wir fortlaufend getriggert werden, in einer bestimmten Art und Weise zu reagieren, ohne dass wir viel Einfluss darauf nehmen können. Wir müssen Gott erlauben, uns von innen heraus zu verändern.

Emotionen

Unsere Seele hat Emotionen, diese machen sich bemerkbar wenn wir mit etwas resonieren, Gefühle haben, wenn wir bewegt sind, wenn unser Bauchgefühl redet. Emotionen haben Einfluss auf unsere Selbstachtung, unseren Wert, ob wir uns geliebt, sicher, angenommen und wertgeschätzt fühlen.

Wir alle haben unerfüllte Bedürfnisse. Als Kind oder später in Partnerschaften haben wir nicht alles erhalten, was wir an Liebe, Sicherheit, Angenommensein, Ermutigung etc. benötigt hätten. Dieser erlebte Mangel, dieses tiefe Gefühl von Unsicherheit und Ablehnung mündet in geringem Selbstwertgefühl, sich ständig wiederholenden Enttäuschungen im Leben und (co-)abhängigen Beziehungsmustern.

Weil wir uns nicht in einer tragfähigen Beziehung mit Gott befinden, versuchen wir auf diese Weise, die Bedürfnisse, die wir haben, zu stillen – und die doch nur Gott allein in der Tiefe zu erfüllen vermag. Wir haben die Welt angesehen und sind verwundet worden. Wir erfahren Schuld und Scham, haben viele ungeheilte Verletzungen davongetragen, wo Menschen uns verlassen und verletzt haben. Da wir noch nicht gelernt haben, diesen Menschen zu vergeben und sie loszulassen, nähren wir Wut, Groll und Bitterkeit – ebenfalls Emotionen.

Wenn wir es zulassen, werden diese Emotionen unser Leben tiefgreifend bestimmen. Also müssen wir sie uns vornehmen, denn sie beeinflussen unser Denken und triggern dabei unentwegt unsere Reaktionen. Die Art, wie wir uns verhalten, passiert nicht einfach so. Unser Verhalten erwächst aus dem, was sich in unserem Inneren befindet und Gott möchte, dass wir aus Vergebung heraus handeln, nicht aus Angst, Groll und Unvergebenheit. Er möchte uns wiederhergestellt, verändert und erneuert sehen, so dass die Festungen von Schmerz und Verletzung in uns fallen können.

Der Wille

Des Weiteren haben wir einen Willen. Sündigen wir willentlich aus Sturheit oder Rebellion, resultieren daraus Unglaube, Entscheidungsunfähigkeit, Kontrollsucht, Zweifel, Furcht. Nehmen wir uns dieser Dinge an, möchte Gott sie durch Demut, Vertrauen, Mut, Tapferkeit, Ausdauer, Beharrlichkeit, Entschlossenheit und Selbstbeherrschung als Frucht des Geistes ersetzen. Dies alles kann geschehen, wenn wir Gott erlauben, unser Leben von innen nach außen zu verändern.

Es ist wirklich bedeutsam für uns zu verstehen, was in uns vor sich geht und wie wir funktionieren. Manchmal wird gelehrt, Schicht für Schicht zu entblättern, um herauszufinden, wie es in unserem Inneren aussieht. Das ist in Ordnung, solange wir nicht versuchen, unser Inneres von dieser äußeren Warte aus zu ändern. Denn sobald wir dies versuchen, begeben wir uns in einen Kampf, den wir letztlich verlieren werden.

Das Problem wird größer, wenn wir es betrachten. Es wird erst dann kleiner, wenn wir auf die Lösung schauen. In Jesus ist nichts unmöglich. Und nichts wird Gott davon abhalten, das zu tun, was not-wendig ist, wenn wir uns ihm hingeben.

Die Wahl/Entscheidung

Schließlich haben wir das Tor der Entscheidung. Denn selbst wenn wir alles beseitigt haben, das uns daran hindert, uns Gott auszuliefern und unserem Geist die Vorherrschaft zu überlassen, müssen wir täglich eine bewusste Entscheidung treffen, dies auch zu tun. Wozu wir uns entscheiden werden, ist die Frage, auf die letztlich alles hinausläuft.

Lass uns mit Ausdauer diesen Zustand anstreben, in dem Leben Gottes durch alle diese Tore hindurchströmt. Hier und jetzt ist dies bei den meisten Toren noch nicht der Fall. Wir können uns nicht selber ändern. Wir sind darauf angewiesen, Gott in diese Tore einzuladen und ihm die Veränderung zu überlassen.

Es wäre sowohl für uns als auch für die Menschen um uns herum sogar gefährlich, wenn die Herrlichkeit Gottes sich durch uns offenbaren würde, solange wir uns in einem ungeheil(ig)ten Zustand befinden. Gott wird daher eine völlige Offenbarung seiner Gegenwart aus uns heraus solange nicht zulassen, bis es ein geheiligtes Leben gibt, durch das diese Gegenwart hindurchfließen kann.

Und genau dies ist sein Wunsch: Seine Gegenwart durch uns zu offenbaren.

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18. Die Tore ausrichten

Mike Parsons
und Jeremy Westcott – 

Wie wir gesehen haben, wohnt Gott in unserem Inneren, von wo aus wir ihm erlauben wollen, unser ganzes Sein mit seiner Herrlichkeit durchströmen zu lassen, damit wir unsererseits überströmen und die Welt um uns herum verändern.

Im letzten Post haben wir die Tore des Geistes betrachtet, durch die Gott fließen möchte. Im nächsten Post werden wir uns die Tore der Seele ansehen, aber der heutige Post ist ein bisschen ungewöhnlich…

Eins der Dinge, die wir hier in der Freedom Church besonders hilfreich finden, ist: Uns eine drehbare Version des Tore-Diagrammes von Ian Clayton aus Pappe zu basteln. Wir können dann durch Drehen der einzelnen Ebenen verschiedene Kombinationen von Toren genauer betrachten und Jesus bitten, mit uns gemeinsam in den Toren zu stehen, um uns zu zeigen, wie der Fluss des Lebens durch diese spezielle Torkombination fließen soll.

Um eine solche drehbare Version zu basteln, brauchst du vier Kopien des Tore-Diagramms.

Diese druckst oder klebst du auf dünne Pappe und schneidest sie so aus, dass du vier unterschiedlich große Kreise erhältst, einen für jede Ebene. Stich ein Loch durch das Zentrum der Kreise und lege sie übereinander, der größte zuunterst. Befestige sie mit einer Musterbeutelklammer (die, mit denen man Postsendungen verschließt).

Im Header dieses Posts siehst du, wie die Drehscheibe letztendlich aussehen wird. Verschiebe die einzelnen Scheiben gegeneinander, um jede beliebige Kombination zu visualisieren, während du sie durcharbeitest.

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17. Tore des Geistes

Mike Parsons
mit Jeremy Westcott – 

Diese Illustration basiert auf einem Diagramm von Ian Clayton (sonofthunder.org)

Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Joh 7,38)

Gott ist gekommen, um in unserem tiefsten Inneren zu wohnen. Wir wollen ihm nun erlauben, durch uns hindurch und aus uns heraus zu fließen, um sowohl uns als auch die Welt um uns herum zu verändern. Sowie wir das Tor der ersten Liebe öffnen, erlauben wir ihm, unser ganzes Sein zu durchfluten.

An diesem Punkt begegnen wir möglicherweise ersten Blockaden. Betrachten wir im Geiste unser Tor der ersten Liebe, so sehen wir es vielleicht blockiert, geschlossen, verriegelt, zugekettet. Dies ist jedoch nur eine Projektion unserer Seele. Unsere eigenen Erfahrungen mit erster Liebe mögen uns zwar veranlasst haben, unseren Zugang zu Nähe zu vermauern, dennoch haben wir die Möglichkeit, diese Mauern auch wieder zu entfernen. Wir können das Tor der ersten Liebe von Ketten und Riegeln befreien, es aufschließen und öffnen. Der Feind hat keinen Zutritt zu unserem Geist. Jesus aber klopft an die Tür, um in unser Leben gelassen zu werden.

Öffnen wir dieses Tor der ersten Liebe, fließt der Strom hinaus in unseren Geist. In unserem Inneren übergeben wir uns der Gegenwart Gottes. (Durchschreiten wir hingegen unsererseits das Tor der ersten Liebe in der anderen Richtung, so wird es zu einem himmlischen Tor: Unser Zugang zum Himmel, in die himmlischen Bereiche und zum Fluss des Lebens bis zu seiner Quelle.)

Unser Geist hat verschiedene Sinne oder Arten der Handlung (Ehrfurcht, Glaube, Hoffnung, Anbetung, Offenbarung, Intuition, Gottesfurcht, Gebet). Aktivieren wir diese, kann Gottes Herrlichkeit hindurchfließen und der Heilige Geist durch diese Sinnes-Tore des Geistes in unsere Seele hineinkommen. Einige der Tore haben mit Gemeinschaft zu tun. Die Gegenwart Gottes in uns: Mehr und mehr zu erfahren, wer er ist. Lernen, ihn zu erkennen, um mit ihm Gemeinschaft zu haben und ihm vertrauen zu können. Andere Tore sind offenbarender Art: wo Gott sich durch uns erfahrbar macht, wo wir Aspekte seines Reiches sehen können, wo wir seine Stimme tragen, wo wir erfahren, was er tut , wo er uns Visionen und Träume als Offenbarung darüber gibt, was er tun möchte. Ohne Gemeinschaft kann Offenbarung jedoch nicht wirklich funktionieren.

Gottesfurcht

Wir müssen verstehen, dass der allwahrnehmende, allwissende, allgegenwärtige Gott in uns ist. Das ist eine große Sache. Gott, der das Universum und alles darin erschuf, hat sich entschlossen, in uns zu wohnen. Wir werden zur Wohnstätte Gottes und nun ist es an uns, diesen Ort für ihn vorzubereiten. Das allverzehrende Feuer Gottes ist in uns.

Gottesfurcht ist nicht dasselbe wie Angst. Wenn ich Gottes Liebe kenne, brauche ich keine Angst vor ihm zu haben. Dennoch ist es etwas sehr Großes, ihn in uns wohnen zu haben, und er möchte dass wir dies in ganzem Ausmaß verstehen.

Ehrfurcht

Gott ehren und achten. Wir werden nichts tun, was seinen Namen verunehrt oder in Verruf bringt. Unser Wunsch ist, ihm Ehre zu bringen.

Gebet

Gebet bedeutet nicht, auf die Knie zu gehen, die Hände zu falten und hinterher Amen zu sagen. Gebet ist eine Kommunikation in zwei Richtungen, wo der Geist Gottes, der Sinn Christi und das Herz des Vaters in Beziehung durch uns hindurchfließen. Das ist der Grund, warum Sprachengebet so wichtig ist, denn hier betet, kommuniziert unser Geist mit Gott. Und wir können uns antrainieren, ohne Unterlass in Sprachen zu beten, selbst wenn wir auf anderes fokussiert sind.

Hoffnung

Durch diesen Sinn können wir Visionen, Träume und Möglichkeiten sehen, in denen Gott uns seinen Willen zeigt.

Glauben

Harmonie, Eintracht, Verstehen, Wissen: Wir kommen in Übereinstimmung mit Gott. Wir beginnen, in den Gaben des Geistes zu handeln, in der Kraft des uns durchströmenden Gottes.

Offenbarung

Inspiration, Licht, Rat, Weisheit.

Diese Sinne bedürfen der Aktivierung, sie schalten sich nicht einfach automatisch an. Wir müssen hungrig und durstig sein, Verlangen nach ihnen haben.

Intuition

Bauchgefühl, Instinkt, Urwissen, der Heilige Geist zeigt uns das Herz des Vaters.

Himmlisches Tor

Zurück durch das Tor der ersten Liebe. Unsere Verbindung mit den Bereichen des Himmels, ein Bewusstsein darüber, was im Himmel geschieht.

Alle diese Tore sind wertvoll und wichtig, aber selbst wenn sie alle weit geöffnet sind und funktionieren, so bedeuten sie doch nichts ohne dieses weitere:

Anbetung

Anbetung bedeutet nicht, Lieder zu singen. Anbetung ist eine Haltung des vollständigen Gehorsams Gott gegenüber. Eine Haltung der tiefen Hingabe und völligen Unterordnung unter den Willen Gottes für unser Leben – täglich neu. Alles, was in uns fließt, wird uns dahin führen zu sagen: Gott, ich möchte mich dir hingeben. Dies ist es, was er möchte, wonach er sich sehnt.

Von innen heraus

Angesichts einer solchen Aufgabe wie dem Erkunden, Reinigen und Öffnen unserer Tore haben wir in der Vergangenheit oft einen Weg von außen nach innen gewählt und dabei durch Gebet um die Beseitigung von Blockaden oder durch die traditionellen Dienste lediglich die äußeren Schichten der Probleme abgeschält.

Dies ist eine Herangehensweise von außen nach innen, wir aber wollen dem Fluss Gottes erlauben, von innen nach außen zu arbeiten.

Ich möchte dich ermutigen, Jesus in deinem Inneren zu begegnen und mit ihm gemeinsam in jedem Tor zu stehen. Arbeite dich nacheinander durch die Tore durch, nimm dir z.B. ein Tor pro Tag vor. Löse dich von dem Gedanken zu wissen, was die Namen der Tore tatsächlich bedeuten. Lass dir vielmehr von Jesus zeigen, was sie  für dich bedeuten. Die meisten Blockaden werden von außen gekommen sein. Frag ihn, was diese sind. Bitte Jesus, dir beizustehen und dir zu helfen, Blockaden von innen her zu beseitigen, damit die Herrlichkeit Gottes durch die Tore fließen kann.

Es geht viel darum, Gott zu fühlen, wahrzunehmen, zu erspüren, dies ist eine ganz andere Herangehensweise, jedoch ist sie unserer Erfahrung nach sehr viel wirksamer und effektiver.

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16. Von innen heraus

Mike Parsons
mit Jeremy Westcott – 

Ich habe ja schon darüber geschrieben, wie Gott mir vier Begriffe gab: Investitur, Thronfolge, Inthronisation, Krönung. Du wirst feststellen, dass es, sobald du mit Autorität bekleidet bist, einer gewissen Abfolge bedarf, ehe es zu einer Thronbesteigung kommt.

Sind wir mit der Kraft des Reiches bekleidet, müssen wir zunächst die Dinge entthronen, die unser Leben regieren: Unser Ich, unsere Seele, unser Selbst. Möchte ich das Reich Gottes durch mein Leben fließen sehen, gibt es keinen Platz auf dem Thron für mein Ich. Es würde nur im Weg sein, behindern und blockieren: Mein Ich muss entthront werden.

Die Erbanlagen, die mich aus vergangenen Generationen heraus programmiert haben, bedürfen der Wiederherstellung und Erneuerung. Prägungen durch meine Umwelt, durch Erziehung und Umfeld, müssen zurückgesetzt und erneuert werden. Prägungen durch Traumata, also Programmierungen durch Verletzungen, die nun mein Verhalten bestimmen, müssen neu programmiert werden. Ich bedarf der Verwandlung, damit mein ursprünglicher, ewiger Zustand wiederhergestellt werden kann. Und Gott will dies nicht nur in der Ewigkeit, sondern bereits im Bereich meines Erdenlebens geschehen sehen – denn das, was hier geschieht, wird bestimmen, was ich in der Ewigkeit nach der Zeit tue.

Folgendes Bild beschreibt, wie wir im Reich Gottes operieren können (Ian Clayton sah auf einer Rolle, die er aus dem Himmel empfing, etwas Vergleichbares, die Ursprünge dieser Grafik gehen aber mindestens bis 1919 zurück).

Am Anfang steht die Herrlichkeit Gottes, seine Gegenwart in unserem Inneren. In unserem Geist nehmen Vater, Sohn und Geist Wohnung, wie Jesus es versprochen hat. Sie wollen den Regierungssitz in unserem Leben einnehmen. Sowie wir die innere Tür der ersten Liebe öffnen, fließt die Herrlichkeit Gottes in unseren Geist und entwickelt unsere geistlichen Sinne. Daraufhin fließt die Herrlichkeit durch unsere Seele und verwandelt diese. Schließlich fließt Gottes Herrlichkeit als eine Manifestation unserer Verwandlung aus unserem Körper heraus – und das Licht seiner Herrlichkeit leuchtet durch uns.

Siehst du, dass der Fluss stets von innen heraus kommt? Alles im Reich geschieht von innen heraus. Wenn wir versuchen, uns von außen her zu verändern, kommen wir nicht weit. Wenn wir aber lernen, uns in unserem Innersten der Gegenwart Gottes zu ergeben, kann ebendiese Gegenwart durch unser ganzes Sein strömen und uns verändern.

Wir beginnen, indem wir das Tor der Ersten Liebe öffnen. An dieses Tor klopft Jesus in Offb 3,20. Er sehnt sich danach, dass wir seine Nähe genießen und möchte Zutritt zu unserem ganzen Leben, Geist, Seele und Leib. Der Türgriff ist hierbei auf unserer Seite.

Dies ist eine animierte Version der obigen Grafik, erstellt von Adam Butterick für Son of Thunder.

https://vimeo.com/59874626

In den nächsten Posts werden wir uns diese Grafik genauer ansehen. Die Tore, die sich zwischen den Bereichen unseres Lebens befinden, sind blockiert worden, oft durch Dinge, die von außen hereingekommen sind.

Was wir gesehen, gerochen, gehört, geschmeckt und getastet haben, hat unsere Seele beeinflusst. Der Versuch, diese Prägung durch Dinge zu verändern, die wir im Außen sehen, riechen hören, schmecken und tasten, wird vergeblich sein und nur die Tätigkeit des Selbst stärken.

Erlauben wir jedoch dem Geist Gottes, durch uns hindurchzufließen, so erlauben wir seiner Gegenwart, uns zu verändern und zu verwandeln – Wenn wir versuchen, uns von außen her zu verändern, kommen wir nicht weit. Wenn wir aber lernen, uns in unserem Innersten der Gegenwart Gottes zu ergeben, kann ebendiese Gegenwart durch unser ganzes Sein strömen und uns verändern..

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15. Der Regierungssitz

15. Der Regierungssitz

Mike Parsons
mit Jeremy Westcott  

Mitten unter uns

Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter (oder innerhalb von) euch. (Lk 17,21)

Wenn das Reich mitten unter oder innerhalb von uns ist, was ist dann außerdem noch dort?

Unser eigener Geist
Vater, Sohn und Heiliger Geist
Das Reich Gottes – Gottes Regierungssitz des Himmels
Unser Herz – unser Unterbewusstsein
Der Garten (engl. Artikel) unseres Herzens, in dem wir Gott begegnen können
Flüsse (engl. Artikel), die vom Himmel her durch unseren Geist und unseren Garten in die Welt um uns herum fließen
Die Schriftrolle unserer Bestimmung in unserem Herzen

Es gibt also eine ganze Reihe von Bereichen in uns. Um mit ihnen arbeiten zu können, müssen wir lernen, mit ihnen in Kontakt zu treten und verstehen, wie sie in uns operieren.

Folgende Skizze zeigt all die Bereiche, die mitten unter uns sind.

Wie du sehen kannst, ist in unserem Herzen eine Schriftrolle. Unser Herz ist unser Unterbewusstsein. Der Thron ist Gottes Regierungssitz in uns.

Wo befindet sich unser Geist? In einem Gespräch mit Ian Clayton, begann Gott mit mir darüber zu reden. Unser Geistmensch lebt innerhalb der Bindegewebsschichten, die sich über das Gehirn und die Wirbelsäule ziehen, den Hirn- bzw. Rückenmarkshäuten. Das zwischen den Häuten fließende Nervenwasser ist dabei nicht mit dem Blutkreislauf verbunden. Dies ist wichtig, denn unser Blut trägt nicht nur die Niederschrift unserer DNA sondern auch die vergangener Generationen – und muss daher geläutert, gereinigt und verändert werden. Somit ist unser Geist nicht direkt, sondern nur indirekt über unser Herz mit unserem Blut verbunden.

In Offenbarung 3,20 spricht Jesus von einer Tür in unserem Geist. Vater, Sohn und Heiliger Geist wohnen innerhalb unseres Geistes, wir aber müssen sie herauslassen. Gott wird sich uns nicht aufzwingen. Jeden Tag neu müssen wir Gott diese Tür öffnen und ihn in unseren Geist herauslassen. Unser Geist ist mitten unter uns, in unserem Inneren und ist verbunden mit dem Regierungssitz in unserem Leben.

Der Regierungssitz

Am Anfang unserer Beziehung zu Gott laden wir ihn ein, hereinzukommen und uns zu erfüllen, woraufhin er den Regierungssitz in unserem Leben einnimmt. In dem Maß, in dem wir dann wachsen und reifen, gestattet er uns mehr und mehr Zugang zu diesem Regierungssitz. Das Himmelreich ist sowohl mitten unter uns in unserem Inneren, als auch in den himmlischen Bereichen, dies bedeutet, dass wir auch dort in Autorität gesetzt sind: Wir sind mitgesetzt mit ihm in die himmlischen Regionen.

Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. (1.Kor 6,17)

Je umfassender wir ihm unser Leben geben und je mehr wir in sein Ebenbild verwandelt werden, desto mehr wird es zu unserer Wirklichkeit, ein Geist mit ihm zu sein. Wir beginnen, zusammen zu herrschen. Und genau darum geht es im Reich Gottes: zusammen zu herrschen.

Dieser Sitz ist mitten unter uns in unserem Inneren, sowie wir die Tür öffnen, kommt Gott und nimmt darauf Platz. Dann können wir ihn einladen, in unser Herz zu kommen, eine Formulierung, die Menschen oft in Übergabegebeten benutzen. Wenn er aber in unser Herz kommt, dann um uns zu verändern und zu verwandeln.

Die DNA Gottes

Er kommt in unser Herz und beginnt es samt dem enthaltenen Blut mit der DNA Gottes  umzuprogrammieren. Aus diesem Grund nehmen wir das Abendmahl: um mit der DNA Gottes umprogrammiert zu werden, um durch das Leben Gottes in uns verwandelt zu werden. Diese Verwandlung nimmt ihren Weg durch die Blutbahn zu unserem Gehirn, wo dann unser Denken verändert und unsere Gedanken erneuert werden.

Das Blut zirkuliert, es wandert durch den gesamten Körper zum Herzen zurück. In unserem physischen Körper nimmt es dabei seinen Weg über die Lungen und wird mit Sauerstoff angereichert. Im geistlichen Sinne ist unser Herz darauf angewiesen, Leben aus unserem Geist zu empfangen, es mit seiner verwandelnden Kraft im Körper zirkulieren zu lassen, um dann wieder zum Geist zurückzukehren und erneut Leben zu empfangen. Genau dies tut das Herz.

Sowie wir unseren Regierungssitz eingenommen haben und mit Gott herrschen, wird das Reich der Himmel um uns herum sichtbar. Ströme des lebendigen Wassers, der Salbung und Kraft beginnen aus uns herauszufließen. Wir lernen, in seinen Wegen zu wandeln, seine Gebote zu halten – und regieren.

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14. Den Geist stärken

Mike Parsons
mit Jeremy Westcott

Gott möchte uns an denselben Ort der Beziehung und Verantwortung führen, zu dem Adam hingereift wäre, hätte er nicht gesündigt.

Damit dies passieren kann, müssen wir unseren Geist stärken. Ist unser Geist nicht erstarkt, wird es uns nicht möglich sein, die Seele zu überwinden und zu entthronen.

Wir sind als Geist, Seele und Leib geschaffen – mit dem Geist als Leitung. Da aber unser Geist tot und unempfänglich für Gott war, hat sich unsere Seele daran gewöhnt, ihren eigenen Weg durchzusetzen. Sobald mit unserer Wiedergeburt unser Geist zum Leben erwacht, muss sich dies ändern. Die Seele muss sich dem Geist unterwerfen, tut dies allerdings nicht freiwillig.

Wie wir unseren Geist stärken

Es gibt Dinge, die wir tun können, um unseren Geist zu stärken, hier sind einige davon (wir werden in einem späteren Post genauer darauf eingehen):

  1. Gib Gott oberste Priorität, erste Liebe, erste Stelle.
  2. Bete und singe in Zungen.
  3. Sei still vor dem Herrn und warte auf ihn.
  4. Meditiere das Wort Gottes.
  5. Lobpreis und Anbetung, Soaking (dt. Durchtränktwerden) in Gottes Gegenwart
  6. Komm zu Gott und bitte ihn, deinen Geist zu stärken. Oft haben wir nicht, weil wir nicht bitten (Jak 4,2).
  7. Bekenne Dinge und rufe sie in Existenz. Fordere deinen Geist auf hervorzutreten. Sprich es aus.
  8. Halte durch. Du erbaust deinen Geist nicht an einem Tag.

Wenn du im Natürlichen leistungsfähig werden und Muskeln aufbauen willst, gehst du ins Fitness-Studio und trainierst Mal für Mal, Woche für Woche. Das gleiche gilt für den Geist. Dein Geist wird durch Übung stärker, geistliche Übungen trainieren deinen Geist und rüsten ihn aus, mit Gott in Verbindung zu treten, sich in Offenbarung zu bewegen und in deinem Leben zu herrschen. Halte nur durch!

Verlangen, Disziplin, Genuss

Wenn wir das Training aufgeben, so tun wir das normalerweise, weil uns die erforderliche Disziplin nicht behagt. Disziplin an sich ist nicht besonders angenehm. Wie gerne hätte ich einen Sixpack und den Körper eines Mr. Universe – und bringe doch nicht die Disziplin auf, mich reinzuhängen und dafür zu trainieren. Es würde tatsächlich viel Training brauchen, und mein Wunsch ist nicht so groß, dass ich genügend Disziplin aufbrächte, ihn erfüllt zu sehen.

Was ich aber unbedingt haben möchte, ist ein starker Geist, und bin ich bereit, alles Nötige zu tun, um dafür zu trainieren. Ich verbringe jeden Tag viele Stunden damit, meinen Geist zu stärken. Ich übe ihn darin, Worte Gottes herauszuhören und erbaue meine geistlichen Sinne, bis ich sie flüssig benutzen kann. Dasselbe kannst du auch tun. Es ist eigentlich ist nichts darunter, was du nicht schon könntest. Es braucht nur Übung und Ausdauer.

Es beginnt mit einem Verlangen, erfordert Disziplin und wird schließlich zum Genuss.

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13. Beziehung und Verantwortung

Mike Parsons
mit Jeremy Westcott – iuyvp

Mit diesem Artikel beginnen wir eine kurze Post-Reihe, in der es um die Vorbereitung unserer Bestimmung geht.

Wir bereiten uns für Ereignisse in der Zukunft gemäß Gottes prophetischem Fahrplan vor, um für das, was er tut, und unsere Rolle darin bereit zu sein. Ausgehend von einem Ort der Intimität mit Gott, werden wir ihm erlauben, unser Leben zu ändern und zu verwandeln und von uns alles zu entfernen, was Hindernis oder Stolperstein darstellt.

Gott zieht eine Josua-Generation heran, die ihr Erbe einnehmen will und die folgende Generation anleiten wird, dasselbe zu tun. Wir müssen dieses Erbe empfangen, um mit der übernatürlichen, wirksamen Kraft des Heiligen Geistes in unserem Leben, bereit zu sein für die kommenden Tage und Jahre, wenn die Systeme der Welt zusammengebrochen sind. Wir müssen wie Jesus sein: Er brachte das Königreich und ruft uns, dasselbe zu tun.

Von Ewigkeit an hat Gott uns eine Bestimmung zugedacht, die wir erfüllen sollen, und wir sind ausgestattet mit der Autorität, sie zu erfüllen. Es ist nötig, aufzuwachen und zu ergreifen, wer wir als Söhne Gottes sind.

Die Bestimmung des Menschen war es schon immer zu herrschen, den Himmel auf die Erde zu bringen (1. Mo 1,28). Wir bringen die Herrschaft des Himmels auf die Erde, um nicht nur unseren Planeten zu transformieren, sondern auch die ganze Schöpfung (unser Universum und sogar darüber hinaus), die seufzt und sich nach der vollen Offenbarung der Söhne Gottes sehnt.

Psalm 24,7 sagt: Hebt eure Häupter empor, ihr Tore! Dies spricht von uns, emporgehoben an einen Ort der Herrschaft und Autorität, damit wir eine Tür werden, um den König der Herrlichkeit einziehen zu lassen und durch unser Leben die Welt zu erfüllen. Dies ist es, was Gott durch uns tun möchte: Dass alles, was er ist an Gnade, Kraft, Erbarmen, durch uns hindurchfließen und hier auf der Erde sichtbar sein möge.

Der Engel des Herrn ermahnte den Hohepriester Josua, der in der Gegenwart Gottes in den Himmeln stand:

Wenn du in meinen Wegen wandeln
und meinen Dienst eifrig versehen wirst,
so sollst du auch mein Haus regieren
und meine Vorhöfe hüten,
und ich will dir (freien) Zutritt geben
unter diesen, die hier stehen!
(Sach 3,7).

Dies spricht von einer fortschreitenden Beziehung und Stufen der Autorität und Verantwortung, die uns in unsere Sohnschaft bringt.

Wir leben hier auf der Erde, mit der Atmosphäre der Erde um uns herum. In dieser Atmosphäre sind die Fürstentümer, Gewalten und geistlichen Mächte gegenwärtig noch von den Kräften der Bosheit besetzt. Es ist ein Reich in Finsternis. Wir wandeln in Gottes Wegen und bemerken, dass das Reich Gottes in uns ist, wir aber auch mit dem Reich Gottes im Himmel verbunden sind.

Indem wir seine Gesetze als Grundsätze des Reiches halten, indem wir Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit vollziehen, lernen wir, auf diesem Level in den himmlischen Bereichen (und auch in uns) Herren, Könige und Söhne zu sein. Haben wir einmal verstanden, wer wir sind und was unsere Identität ist, können wir beginnen, das Haus zu regieren (unser eigenes Haus und das Haus des Herrn).

Dann können wir auch beginnen, in den Gerichtshöfen zu richten. Das Königreich ist auf Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit gegründet, und es ist Gottes Volk, das letztendlich Engel und gefallene Engel richten wird. Wir haben das Recht zu richten, um Dinge in diesem Bereich zu ändern und letztlich Zugang zum Himmel der Himmel zu haben und unter denen zu sein, die dort operieren.

Wenn wir beginnen, dies zu tun, entfernen wir die hierarchischen Autoritäten von der Atmosphäre der Erde und können herrschen. Wir herrschen in Licht, in Liebe, in rechtschaffener Kraft. Der Einfluss, den wir im Himmel haben, wird hier auf Erden sichtbar werden. Gott möchte, dass wir diese Bereiche verstehen und Zugang zu ihnen haben. Je mehr wir dies tun, desto mehr werden wir das Reich Gottes in uns und durch uns auf die Erde bringen, so dass wir mit der Herrlichkeit Gottes scheinen.

Dies wird die Antwort sein auf Krankheit, Leiden, Armut und alle Dinge, die der Feind getan hat, um Gottes Volk und die Welt ihres Erbes zu berauben, und alles gestohlene Erbe wird wiederhergestellt werden.

Wir werden die Herrschaft des Himmels auf Erden sichtbar machen, genau wie Jesus es tat.

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